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Zur Finanzlage der GKV 2002
Das Defizit der Kassen liegt höher als von Bundesgesundheitsministerin
Ende 2002 noch prognostiziert.
Wieder einmal sollen die steigenden Ausgaben für
Arzneimittel am Finanzloch der Kassen schuld sein -
so Staatssekretär im Gesundheitsministerium Klaus
Theo Schröder Anfang März 2003 in Vertretung
der mit Grippe abgemeldeten Ministerin.
Er macht es sich etwas leicht, der Herr Staatssekretär!
In absoluten Zahlen mußten die Kassen für
den Krankenhausbereich 1,4 Mrd. Euro mehr ausgeben (Arzneimittelbereich
1,1 Mrd. mehr). Außerdem: da an höheren Arzneiausgaben
teure Arzneimittelinnovationen einen deutlichen Anteil
haben, müßte man fairerweise noch gegenrechnen,
wieviel Krankenhauseinweisungen oder teurere Behandlungskosten
durch den Einsatz neuer Arzneimittel gespart wurden.
Immerhin räumte der Staatssekretär ein, dass
die Einnahmenseite kräftig schwächelte (Arbeitslosigkeit!)
und auch die Verwaltungskosten der Kassen zu hoch seien.
Die Apotheken tragen keine Schuld an der
GKV- Finanzmisere, sie mußten bereits 2002 eine
Nullrunde hinnehmen. Die Mehrausgaben
für Arzneimittel in Höhe von 1,1 MRD Euro
verteilten sich wie folgt: Pharmazeutische Industrie
834 Mio, Mehrwertsteuer 152 Mio (!), Pharm.Großhandel
95 Mio.
Auf die Apotheken entfielen dagegen nur
19 Mio, also 900 Euro pro Apotheke!
(Quelle Apothekerzeitung, 10.03.2003)
Zement statt Vitamine, Wasser statt Impfstoff!
Das Geschäft mit gefälschten Medikamenten
blüht.
Sieben Prozent aller Arzneimittel sind schon gepanscht!
Die Betrüger agieren immer raffinierter. Schwarzpillen
kosten bis zu 80% weniger als das Original. Meist enthalten
Fälschungen keine Wirkstoffe, 19 % der Imitate
sind falsch dosiert und 16% enthalten falsche Substanzen
(laut WHO!). Betroffen sind insbesondere Länder
der 3.Welt, da dort das Geld für Laboranalysen
oft fehlt. Allein im vergangenen Jahrzehnt seien laut
WHO zehntausende Menschen Fälschungen zum Opfer
gefallen.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 30.09.02)
Wir meinen: Ein gutes Stück Arzneimittelsicherheit
bleibt auch beim Internet- und Versandhandel mit Arzneimitteln
auf der Strecke. Vertrauen Sie den unbekannten Lieferanten
aus dem WWW? Manche Politiker und Krankenversicherungsvorstände
scheinbar schon. Sparen um jeden Preis?
Die Ausgaben der Krankenkassen
Hätten Sie gedacht, daß die Verwaltungskosten
der Krankenkassen prozentual mehr gestiegen sind als
die viel geschmähten Kosten für Arzneimittel?
Veränderung der Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung
(1. Halbjahr 2002 gegenüber 1.Halbjahr 2001 in
%)
| Arzneimittel |
+ 3,9% |
| Verwaltungskosten |
+ 4,0% |
| Soziale Dienste |
+ 4,6% |
| Häusliche Pflege |
+ 5,7% |
| Fahrtkosten |
+ 7,2% |
| Heilmittel |
+10,4% |
Laut kassenärzlicher Bundesvereinigung werde
in keinem anderen Land ein so hoher Anteil an preisgünstigen
Nachahmerprodukten verschrieben wie in Deutschland.
Gleichzeitig wachse der Bedarf an kostenintensiven Arzneitherapien
z.b bei HIV- und Krebserkrankungen bei sinkenden Einnahmen
wegen der hohen Arbeitslosigkeit!
(Quelle: BMG laut DPA-Meldung vom 03.09.02 )
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